Kalter Frühling, heiße Radler

Sonntag, 10. April 2005

Blauer Himmel, kalter Wind und wärmende Sonne, aus diesem Mix quirlte ein Wetterengel recht passable äußere Bedingungen für eine schöne Frühlingsausfahrt des Neubrandenburger Fahrradclub Tollense. Dem Ruf zur Tour waren trotz einer kleinen Zeitungsente, die das Ereignis schon für einen Tag vorher ankündigte, 24 Radelfreunde gefolgt. Vom bewährten Stammtreff am Tollensesee ging es in Richtung Westen, vorbei an Neuendorf und Wulkenzin zur Brandmühle. Die erste Rast am rauschenden Malliner Bach fand mitten auf der Straße statt, an dem ruhigen Flecken kein Problem, Verkehr fand nicht statt. Wie überhaupt für die ganze Route die Wege gut ausgewählt waren, auf den ruhigen Nebenstraßen war Sonntag nichts los, und auf den Feld- und Waldwegen war man ohnehin unter sich. Aber auch die Tierwelt machte sich rar. Mal ein in der Thermik kreisender Milan, irgendwo in der Ferne trompetende Kraniche, das war's schon. Die Aussichten hatten es in sich auf dieser Strecke, auch dank kristallklarer Luftigkeit!
Die Wege rund um den Kastorfer See, irgendwann in den 90er Jahren angelegt, sind exponiert und in wunderschöne Landschaft gebettet worden. Leider mangelt es den Verantwortlichen für diese Gemarkung an der notwendigen Pflegekapazität, oder sie haben dieses Kleinod schlicht vergessen. So fährt man oft neben dem geschotterten, berittenen, erodierten und ungepflegten Radweg auf feldseitigen Fahrspuren.
Nach 30 km eine ausgiebige Rast im Kastorfer Gasthaus. Die Küche wurde von allen gelobt und nach reichlicher Stärkung war die Rücktour, besonders der erste besonders markante Abschnitt an einem Bach und dem Uferweg in Richtung Wildberg, von beschwingter Leichtigkeit.
Wer nach mehr als 50 km daheim vom Velo stieg, hatte einen erholsam-anstrengenden Radeltag hinter sich und wohl alsbald den duftenden Nachmittagskaffee vor der Nase.

© Peter Harbarg (Text und Bilder)