Herbstfahrt mit Bahn und Rad nach Berlin

Sonntag, 2. September 2018

"entlang der ehemaligen Berliner Mauer"

Der Tag begann für uns sehr früh. Wir starteten schon um 6.30 Uhr und fuhren mit dem Zug nach Berlin.

In Gesundbrunnen stiegen wir aus und bestiegen den Flakturm im Volkspark Humboldthain.

Dieser war zu Verteidigungszwecken während des Krieges errichtet. Ein mit 70 x 70 Meter Seitenlänge und 42 Meter Höhe großer Koloss. Durch Sprengungen nach dem Krieg ist nur noch ein Teil übrig geblieben.

Wir stiegen dort hinauf und genossen die Aussicht.

Auf dem Mauerradweg fuhren wir zum Invalidenfriedhof und machten eine kurze Pause. Durch Berlin - Mitte ging es dann sehr entspannt weiter, denn zu dieser frühen Zeit ist kaum ein Radler unterwegs.

Das Brandenburger Tor, der Potsdamer Platz und die Wilhelmstraße mit alten Mauerresten, befanden sich dann auf unserer Route, bevor es weiter in Richtung Kreuzberg ging. Eigentlich hatten wir genug Zeit, um unser Tagesziel zu erreichen, aber die nervigen Ampelschaltungen verzögerten unsere Ankunft. Ein kurzer Anruf beim Veranstalter war dann erforderlich, denn schließlich wollten wir an einer Führung teilnehmen.

Kurz nach 10.00 Uhr erreichten wir den Fichtebunker in der Fichtestraße. Der Fichtebunker ist der älteste und einzig erhaltene Stein-Gasometer in Berlin. Ein denkmalgeschützter Gasbehälter aus dem Jahr 1874.

Im Krieg wurde er zu einem Luftschutzbunker mit 6 Etagen umgebaut und sollte bis zu 6.000 Menschen beherbergen. Während eines Bombenangriffs im Februar 1945 fanden dort 35.000 Menschen Zuflucht.

In der sehr interessanten Führung konnten wir weite Teile des Bunkers besichtigen und sogar einen alten Schiffsmotor laufen sehen.

Unsere Fahrradtour ging weiter und wir steuerten wieder den Mauerradweg an, den wir wegen seiner ruhigen Streckenführung schätzen gelernt haben. Am Teltowkanal hatten wir dann noch eine Treppe vor uns, die wir aber mit vereinten Kräften bezwungen haben. Danach bogen wir Richtung Köpenick ab, suchten uns ein Café und ließen die Beine baumeln.

Zurück nach Berlin - Mitte, wollten wir den Spreeradweg nutzen. Durch viele Baustellen an der Dahme war der Weg einfach nicht mehr da und wir mussten auf der Straße fahren. Die nervigen Ampelschaltungen erschwerten ein zügiges Vorankommen. Vorbei an der Oberbaumbrücke und der East Side Gallery radelten wir zum Hauptbahnhof und konnten pünktlich das zuletzt hektische Treiben verlassen.

Eine dennoch grandiose Tour in Berlin mit interessanten Einblicken und 21 gut gelaunten Radfreunden, so mein Fazit.

©  René Martin


©  Petra Schätzchen und René Martin (Bilder)

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